Musiker der Wolfenbütteler Band Schlusslicht wollen eines Tages von ihren Songs leben

Der Weg zum Schlusslicht-Übungsraum führt mitten in der Innenstadt in eine Garage. Dort geht es über einen kleinen Gang hinter schwere Stahltüren in das Allerheiligste der erfolgreichen Wolfenbütteler Band.

Die vier Musiker zwischen 19 und 21 Jahren jung haben gerade einen Bandwettbewerb der Musikschule Wolfenbüttel gewonnen und damit drei Tage im Tonstudio der Landesmusikakademie. Vier bemerkenswerte eigene Songs hat die Band dort produzieren können. Songs mit deutschen Texten und eingängiger gitarrenlastiger Musik  -irgendwo zwischen Rock und Pop. "Kein Tag wie jeder andere" heißt die CD, die dabei herausgekommen ist, produziert in einer Auflage von 500 Stück, mit vier hörenswerten eigenen Stücken

"Der Qualitätsunterschied zu unserem Erstling ist schon krass", erklärt Carl Rueß. Der 19-Jährige ist Songwriter und Komponist der Band, singt, spielt Klavier und Sologitarre. Dabei entstehen die Songs, die sich häufig darum drehen, einfach mal etwas anders zu machen und Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, nicht im Alleingang. "Das Grundgerüst kommt von einem von uns, der Rest entsteht beim Üben und Arrangieren im Probenraum", erzählt Rueß.

"Wir haben wie viele als Coverband angefangen", berichtet Gitarrist Moritz Geneit (20). Das sei gut gewesen, um sich miteinander einzuspielen. Doch irgendwann reichte das nicht mehr. "Das ist eine sehr persönliche Sache mit den eigenen Songs", ergänzt Rueß. Seit zwei Jahren ist die Band nur noch mit eigenem Material unterwegs und schaffte es beim deutschlandweiten School-Jam-Wettbewerb unter die besten 30. Nachdem die Jungs in Ausbildung, Studium oder Freiwilligem Sozialen Jahr sind, wollen sie auch mit der Band weiterkommen.

"Wir möchten den Sommer mit Auftritten füllen", erklärt Geneit. "Wir träumen davon, eines Tages von der Musik leben zu können", sagt Bassist Alexander Kropf (19). Die Band, seit 2011 in der aktuellen Besetzung mit Schlagzeuger Thomas Pobieda (21) unterwegs, will raus auf die Bühnen.

"Wir haben schon auf kleineren Festivals gespielt", berichtet Rueß. "Es wäre großartig, bei einer Veranstaltungsagentur zu landen oder bei einer Plattenfirma", so Kropf. Bis es soweit ist, will die Band weiter auf Festivals oder Stadtfesten spielen. "Wir haben schon genug eigene Songs für ein 90-minütiges Konzert beisammen", erklärt Geneit.

Dann geht es an die Instrumente. Die Band spielt ein Stück ihrer neuen CD. "Straßenkind" ist ein Reggaesong: eingängige Melodie, intelligenter Text. Mehr von Schlusslicht gibt es im Internet, oder bald auf einer Bühne ganz in der Nähe.