Beim Rockharz-Festival in Ballenstedt erlebten 10  000 Fans die erstaunlich bunte Vielfalt des Heavy Metal

Ein abwechslungsreiches Programm gab es am Wochenende beim 19. Rockharz-Festival in Ballenstedt. Mehr als 10 000 Fans ließen sich auch von zeitweisem Starkregen und Schlamm nicht vom friedlichen Feiern abhalten.

Neben Mittelalterrock von Tanzwut gab es düsteren Gothic Rock, Black Metal und mit Coppelius eine schillernde Band, die wegen ihrer Musik und Kleidung auch in der modisch im 19. Jahrhundert beheimateten Steampunk-Szene zahlreiche Freunde hat. Sie gehörten zu den Künstlern, die auch auf dem Rockharz-Festival den Kontakt zum Publikum suchten, Fans zum Mittanzen auf die Bühne holten oder sich selbst unter die Fans begaben.

Den skurrilsten Auftritt legte die Berliner Band Knorkator hin. Die Formation um Sänger Stumpen ist dafür bekannt, geliebt - und gefürchtet -, dass sie auf der Bühne eine Menge Blödsinn anstellt. Als bereits nach ihrem Auftaktsong (der ultimative Mann) die Pressefotografen aus dem Graben vor der Bühne gebeten wurden, holten sie spontan alle Fotografen für ein gemeinsames Bild auf die Bühne. Später waren es ein paar "dicke Männer", auf die Stumpen sprang.

Und wo sonst beim "Wall of Death" tanzende Massen aufeinanderprallen, ließ Stumpen die Menge zu "kurz und klein" langsam aufeinanderzugehen und sich die Hände reichen. Blödsinn pur, für den die Fans "die meiste Band der Welt", wie sich Knorkator mitunter nennen, auch auf dem Rockharz-Festival liebten.

Die schwedische Viking-Metal-Band Amon Amarth beschloss mit brutalem Metalsound, viel Feuer und Wikingergeschichten im Gepäck das Festival. Songs wie "Twilight of the thunder god" oder "Death in fire" beschwören alte Wikingermythen. Da hoben sich in der tanzenden Masse nicht nur die Hände, sondern auch eine Menge Trinkhörner.

Wie es sich für ein richtiges Heavy-Metal-Festival gehört, gab es neben der Musik jede Menge Schlamm, so war bei einigen Besuchern Schlammbaden vor der Bühne angesagt. Während sich auf Europas größtem Metal-Fest in Wacken regelmäßig mehr als 80  000 Fans die Dezibel um die Ohren prügeln lassen, blieb es beim Rockharz-Festival in Ballenstedt mit seinen etwas mehr als 10  000 Besuchern familiär. Ein Grund, neben den verträglichen Eintrittspreisen, dass viele Rockharzbesucher lieber an den Harzrand fahren, als in den hohen Metal-Norden. Zumal einige namhafte Bands, die sich in den Vorjahren in Wacken ein Stelldichein gaben, auch in Ballenstedt zu sehen waren. Wie Sepultura, Knorkator und Amon Amarth. Insgesamt wartete das Rockharz für 69 Euro mit mehr als 40 guten Bands auf. Mehr geht kaum fürs Geld. Nächstes Jahr feiert das Festival übrigens Jubiläum: Dann heißt es 20 Jahre Rockharz.