Auch die vierte Rockabillynacht in der Kuba-Halle präsentiert sich alles andere als angestaubt.

Rockn'n'Roll sei angestaubt, schrieben jüngst Kollegen der Osnabrücker Zeitung. Die Rockabillyszene beweist mit ihren Veranstaltungen jedoch genau das Gegenteil. In Wolfenbüttel fand am Wochenende die inzwischen vierte Rockabillynacht statt.

Die Rockabillynacht, und das macht ihren Charme aus, ist immer gut für Überraschungen und Überraschungsgäste. In diesem Jahr waren das die Honky-Tonk-Sweethearts aus den USA. Das Duo macht derzeit Urlaub in der Region und spielte spontanen und soliden Country. Schon das war überhaupt nicht angestaubt.

Als die Rockin Lafayettes aus Nürnberg die Bühne betraten, hatte DJ Bobcat mit original Schallplatten der 50er und 60er Jahre bereits dafür gesorgt, dass die Tanzfläche vor der Bühne voll wurde mit einer Mischung aus älteren Semestern, die sich freuten, wieder die Musik ihrer Jugend hören zu können und jungen Rockabellas und Rockabillies in stilechter Kleidung. Das Nürnberger Trio brachte rauen Rhythm'n'Blues in die Kuba-Halle, der in seinen Instrumentalstücken wie "Measuring Pipes" Roadmovie-Feeling erzeugte.

Randy Rich and the Poor Boys zelebrierten im Anschluss neben knackigen Eigenkompositionen Country, Rock und Rockabilly der 50er und 60er Jahre. Gut 300 Songs hat die Band inzwischen im Programm, das Publikum konnte sich sogar Titel wünschen.

Ganz großes Kino wurde der Auftritt von Ray Allen and Band. In weißen Jackets und grauen Anzughosen betrat die Band um Leadsänger und Gitarrist Ray Allen (Mathias Arnold) die Bühne und brannte ein mehr als 30 Songs starkes Rock'n'Roll-Feuerwerk ab. Ob wilder Rock der Endfünfziger oder die eher poppige Rockmusik der beginnenden Sechziger - Ray Allen und Co begeisterten das Publikum mit teils wilden Jerry Lee Lewis Performances am Piano, coolem tanzbaren Jive und knackigen Strollern, eine Art Line-Dance zu eher langsameren Stücken.

Tanzpausen bei Ray Allen? Keine Chance. Wie überhaupt das tanzende Publikum bei den Rockabillynächten mehr wird. Rock'n'Roll ist eben nicht angestaubt, sondern da, um zu bleiben.