Die bunte 50er-Jahre-Revue wird in der Kuba-Halle vom Publikum bejubelt.

Wenn sich die Beine von Dolores mit der Mimi, die ohne Krimi nie ins Bett will, ein fröhliches Stelldichein geben, ist Schlagerzeit angesagt. Samstagabend wurde die bunte 50er-Jahre-Revue Schwarz-Rot-Petticoat aufgeführt. Es wurde voll in der Kuba-Halle.

Das hr2-RadioLiveTheater spielte seinen bunten Abend mit Schlagern, Sketchen und zeitgeschichtlichen Einschlägen vor ausverkauftem Haus. Das Bühnenbild entstammte dem Kuba-Museum: Nierentisch, Tütenlampen und Ohrensessel. Mit Bangen hatten Sandra Donner, Leiterin des Museums im Schloss, und Museumspädagogin Cortina Teichmann den Abend erwartet, war die Revue doch der erste Versuch überhaupt, eine Show als Begleitprogramm zu einer Ausstellung zu organisieren.

Donners Zweifel waren, das wurde sehr schnell deutlich, absolut unbegründet. Das Wolfenbütteler Publikum erwies sich als überaus text- und gagsicher, als Simone Schunk, Klaus Krückemeyer, Wolfgang Vater und Pianist Uwe Sochaczewski zu ihrem Parforceritt durch die Wirtschaftswunderjahre ansetzten. Käseigel und Kalter Hund, Gerichte jener Zeit, fanden ebenso den Weg auf die Bühne, wie gespielte eigenproduzierte oder Heinz-Ehrhardt-Sketche. Dazu zelebrierte das Quartett Schlager und Musik jener Zeit.

Vom Schwarzmarkt über das Wirtschaftswunder bis zu den Anfängen des Rock'n'Roll zog sich der Ausflug des Ensembles mit der nötigen Leichtigkeit durch den Abend.

Songs wie die Caprifischer, "ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett" oder die "Beine von Dolores" wurden hervorragend interpretiert.

Das Publikum quittierte Sketche und Songs mit lautem Mitsingen. Deshalb kann am Ende ein Schlusssatz kaum besser zutreffen als dieser, frei nach Peter Alexander: "Dankeschön, es war bezaubernd, dankeschön".

Die Sonderausstellung "Wolfenbüttel in den 50er & 60er Jahren" läuft noch bis Sonntag, 22. Mai, im Schlossmuseum.