Schüler des THG stellen in einer Theater-Collage beeindruckend die Flüchtlingsthematik dar.

Strand, Wasser rauscht. Am Strand: Koffer, Tüten, Schuhe. Dann ein Grenzzaun. Ende. Der Kursus Darstellendes Spiel des Theodor-Heuss-Gymnasiums führte eine ebenso bedrückende wie gelungene Theatercollage auf.

Was die 16 Schüler des 11. und 12. Jahrgangs auf die Bühne gestellt haben, ist aller Ehren wert. "Wir schaffen das": Jenes Kanzlerinnenwort ist zum Titel eines Stücks geworden, das sich eindringlich mit dem Schicksal von Flüchtlingen und dem mitunter spießbürgerlich-verängstigten Deutschbürgertum befasst. Die Teilnehmer des Kurses unter der Leitung von Margrit Lang und Thomas Sander haben Textfragmente aus sozialen Medien, von Flüchtlingen, Autoren wie Elfriede Jelinek oder Wolfgang Bauer und aus Filmen zu einer Collage aus Text, Gesang, chorischem Sprechen und Formations-Choreografien zusammengesetzt.

Sie marschieren im Gleichschritt zu fröhlichen Wanderliedern durch den Sand, feiern mit Volksmusik, bis Hammerschläge auf Metall krachen. Das Krachen der nackten Füße könnte auch von Stiefeln stammen. Das Publikum blickt durch einen Zaun auf das Ensemble, das mal Flüchtlingsgruppe, mal Einheimische präsentiert. Ein bedrückender Perspektivenwechsel, der eindringlicher kaum sein könnte.

"Wenn ich Deutsche sehe, dann lächle ich. Ich wünsche mir, dass sie zurücklächeln", heißt es. Doch davor kommt die Bürokratie. Regeln gehören zum Leben in Deutschland, der fremde Mann und die fremde Frau haben das zu lernen: Deutsch, die schwere Sprache - Bürokratie, die oft so umständlichen Regeln.

Das Ensemble formiert sich als Ganzes, in kurzen Szenen treten Einzelne heraus, lassen Flüchtlinge von ihren Schicksalen erzählen. Die Frau, der desertierte Soldat, das Kind. Verzweiflung und Hoffnung treffen auf die harte Realität in Flüchtlingsheimen, auf die Ablehnung in Gestalt von Pegida-Sprüchen. Wir sind das Volk. Der Flüchtling muss weg.

Hassparolen des Ensembles treffen durch den Zaun unmittelbar das Publikum. Das Stück bietet keine Antworten, schickt die Zuschauer mit vielen Fragen nach Hause - und das ist gut so. Großer Beifall.